Wir über uns… und so fing alles an!





Niemand weiß heute noch was der Anlass zur Gründung der „Gerresheimer Schill´schen“ war, ob die Not der Jahre nach dem 1. Weltkrieg oder der Abzug der französichen Besatzer aus dem Rheinland im Jahre 1925. Man erinnerte sich plötzlich an Freiheitshelden aus früherer Zeit.
So verwundert es nicht, das sich am 29.Mai1930 einige Gerresheimer Bürger in der Wohnung des Reinhard Leyendecker mit dem Ziel trafen, ein Schill´sches Corps zu gründen. Das war die Geburtsstunde unseres Corps. Kamerad R. Leyendecker wurde der 1. Major und Kamerad Willi Meyer der 1. Rittmeister unseres Schill´Corps.
Am 9. August 1930 als 11. Gesellschaft Mitglied der altehrwürdigen St.Sebastianus Schützen-Bruderschaft Gerresheim 1427 e.V.
Bereits zum Schützenfest 1931 konnten die ersten Schill´schen in Uniform von den Gerresheimer Bürgern bewundert werden und dieses Jahr 1931 war der 1. Höhepunkt für unser Corps.
Im Regimentsprotokoll steht: „Rittmeister Meyer vom neuem Corps der Schill´schen Offiziere tritt an den Schiesstand. Er fasst die Büchse die eben in die Schiesscharte gelegt wird, langes Zielen, dann absetzen, abermals kurzes Zielen – da kracht schon der Schuss, die platte war getroffen und freudig nun nicht mehr vom Kugelregen getroffen zu werden hüpfte Sie von der Stange.
Böllerschüsse ertönten und die Schützen jubelten dem neuen König zu. Damit waren Willi und Maria Meyer Regimentskönigspaar 1931/32 und das
1. Königspaar unseres Corps. Das hatte erfreulichen Zuspruch in der folgenden Zeit und so konnte sich das Corps bald eine Standarte zulegen, die in der heutigen Basilika St.Margaretha geweiht wurde.
Die Zeit im Dritten Reich und der 2. Weltkrieg brachten das Schützenwesen völlig zum Erliegen. Acht unserer Kameraden starben in dieser Zeit oder gelten als vermisst. Bereits 1946 waren es die Kameraden Leiendecker und Meyer die zusammen mit zwei neuen Kameraden, Willi Raziewski und Hermann Hosfeld, (der bis zu seinem Ableben 60 Jahre unserem Corps angehörte) sowie Kameraden der 1. Jäger-Kompanie die die Schill-Jäger Gesellschaft aufbauten, die als Vorläufer unserer wiedererstandenen Bruderschaft angesehen werden kann.
Unsere 1. Corpsstandarte wurde von Frau Raziewski durch alle Kriegs- und Besatzungswirren gerettet. Dafür gilt ihr unser Dank und diese Standarte hängt heute gerahmt in unserem Vereinslokal.
Dank mühseliger Heimarbeit unseres späteren Rittmeister Erich Görsch konnten die ersten Uniformen hergestellt werden und 1950 traten die ersten Schill wieder uniformiert zum Ausmarsch an.
Ein besonderes Verhältnis hatten und haben wir zur Stadt Wesel, 1955 war unser Corps zur Amerikawoche eingeladen und im Jahr 1966 wurde uns die Ehre zuteil an der Einweihung der Schill-Kaserne der Bundeswehr teilzunehmen. Wesel steht immer in unserem Terminplan. Zum 175. und zum, 185. Todestag
der 11 Schill´schen Offiziere waren wir am Denkmal. Der letzte Besuch war gemeinsam mit Schill-Gesellschaften aus anderen Stadtteilen am 17. Okt. 2009. Eine Blumenschale mit Schleifen aller teilnehmenden Schill-Gruppen wurde am Denkmal niedergelegt. Ein Besuch der Schill-Ausstellung im Preußen Museum war obligatorisch, eben so eine Stärkung mit Häppchen und flüssigem Brot. Wir erlebten einige schöne Stunden in kameradschaftlicher Verbundenheit.
Natürlich unterhalten wir auch zu anderen Schützenvereinen, so zu Bürgerschützen, Husaren und natürlich Schill´schen Gruppen intensive Kontakte.
Ein Besonderes Verhältnis hat sich zum Traditions-Schützenverein Stralsund entwickelt. Sie pflegen die Erinnerung an Schill und sein Wirken im Jahre 1809, sowie sein Grab auf dem Jürgens-Friedhof und sein Denkmal am Ostseebodden.
Zur 200. Wiederkehr seines Todestages am 31. Mai 2009 waren zwei unserer Kameraden mit ihren Frauen Gäste in Stralsund, zum Schützenfest 2009 konnte aus zeitlichen Gründen nur ein Kamerad unseres Corps anreisen. In einem Regiement mit mehr als 200 uniformierten historischen Schützen und 20 Kanonen wurde die Schlacht von Stralsund nachgestellt.
Die Stralsunder Zeitung schrieb am 14. Sept. 2009 es war „ein Spiel das Gänsehaut pur erzeugte!“ So bleibt nur noch der Hinweis, im Jahre 2020 besteht das Corps der Schill´schen Offiziere Düsseldorf-Gerresheim 1930, 90 Jahre. Damit dürften wir das älteste historische Schill´Corps sein. Wir sind immer noch ein sogenannter Männerverein aber ohne unsere Damen hätten wir diese nun mehr 90 Jahre nicht gestemmt. Ein Dank gehört natürlich unseren Freunden und unseren Förderern in all dieser Zeit mit immer – „Treu Schill“ – für Glaube – Sitte – Heimat Könige und mehr !
Die Mitglieder des Corp der Schill`schen Offiziere konnten im Jahr 2020 das 9ojährige Bestehen feiern. Somit sind wir das älteste Schill-Corps in Deutschland.
Mit Willi Meyer als ersten König im Jahre 1931/32 konnten bis 2026 noch siebenmal Corpsmitglieder die Würde eines Regimentskönigs erlangen und zwar im Jahr
1953/1954 – Herrmann Hosfeld und Königin Maria
1966/1967 – Addi Dünnwald und Königin Helga
1970/1971 – Maxemilian Huth und Königin Wilma
1980/1981 – Herrmann Hosfeld und Königin Maria
2009/2010 – Thomas Kronauer und Königin Bianca
2022/2023 – Dieter Kampkötter und Königin Sigrid
2024/2025 – Jürgen Rosenstock und Königin Angela
Alle zwei Jahre wird ein neuer Corps-König ermittelt und damit die Zeit dazwischen nicht zu lang wird, schießen wir den Wald- und Wiesenkönig aus. Schütze in einer Kompanie zu sein muss ja auch Spaß machen, ha ha…
Kurioses ist auch zu vermelden. Unser 1. Rittmeister Dieter Briese konnte nach mehreren Anläufen und 50 Jahren Mitgliedschaft im Corps 2006 erstmals Corps-König werden.
Aber es gibt auch Ehrenmitglieder im Corps. Hierzu gehörten unser Protektor Herr Karl Krause, sowie die Herren Dr. Klaus Maxeiner, Siegfried Werner, Wilfried Deutmag, Toni Enderes, Jürgen Moll und seit 2026 unser Chef des Regiment und Protokollführer des Corps Dieter Kampkötter. Standartenpatin Irmchen Deutmarg gehörte auch zu diesem erlauchten Kreis.
Aber wer führte denn das Corps durch all die Jahre? Hier sind nur die langjährigen Rittmeister genannt:
Reinhard Leyendecker, Erich Görsch, Kurt Ehlenbeck, Willi Rekittke, Albert Werner, Herrmann Hosfeld, Hans Wangenheim, Dieter Briese. Und seit dem Jahr 2013 Rittmeister Jürgen Rosenstock.
Aber da fehlen doch noch einige Leute, ja wer wohl?
All die Damen der Kameraden die nicht nur die Uniformen gepflegt und Knöpfe angenäht haben, sondern uns mehr als 90 Jahre unterstützt und auf Trab gehalten haben ………………… sagt der Chronist